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Alles auf Anfang

Es geht wieder los. – Und zwar ganz von vorn.

Der Verweis auf ein vorzeitiges Saisonende in meinem letzten Beitrag ist inzwischen harte Realität. Eine OP an meinem seit fast drei Monaten dauerentzündeten Nagelbett des linken „großen Onkels“ – Ursache unbekannt – war mittlerweile unausweichlich. Warum? – Zum einen da dieser Zustand an sich schon nicht ganz ungefährlich war und jederzeit zu einer Sepsis hätte führen können und zum anderen aufgrund meiner Probleme mit meinem rechten Bein, die den Mont Blanc Marathon nach 14 Kilometern schlagartig zu einem ungewollten Wandertag ausarten ließen. Letztere Problematik scheint auf den ersten Blick nichts mit meiner anderen zu tun zu haben. Doch da eine Schädigung der Menisken und sonstiger Strukturen im Bereich oberhalb und unterhalb der Knierückseite funktionell als Ursache für meine Schmerzen ausgeschlossen wurden, musste es eine andere Erklärung geben. Der Schluss lag nahe, dass ich durch mein unbändiges Weitertrainieren über viele Wochen – auch im Rahmen meiner Trainingstage in Südtirol – im Hinblick auf den geplanten, großen Laufsommer durch eine andauernde Fehlbelastung, um wiederum meinen linken Fuß zu entlasten, eine massive muskuläre Dysbalance und damit einhergehend eine Verkürzung der rechtsseitigen Beinmuskulatur provoziert habe.

Das bedeutete aber auch: Die Schmerzen in meinem rechten Bein würden nur dann weichen, wenn die Ursache, also das entzündete Nagelbett der linken Großzehe, kuriert wird. Folglich sah ich mich nach dem letzten Juni-Wochenende und nach einer weiteren ärztlichen Begutachtung vor vollendete Tatsachen gestellt. – Keine Frage: Es musste operiert werden und das schnell und das gründlich. Und: Damit war auch klar, dass der Transalpine Run mit Teampartner Tom Schlegel für mich gestorben war. Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit und meinem ambitionierten Partner gegenüber nicht fair gewesen, sich nach einem Monat ohne einen Laufschritt und darauf folgend gerade einmal drei Wochen Wiederaufbau an den Start zu 290 Kilometern mit über 13.000 Höhenmetern quer durch die Alpen zu stellen.

Nun habe ich seit Montag wieder mit den ersten Kräftigungsübungen begonnen. Ich möchte meinen Körper nicht überfordern und gebe ihm und meinem Kopf die nötige Zeit. Ab kommender Woche werde ich dann – wohl oder übel – zunächst einmal nur zum „Nordic Walker“ umdisponieren. Übernächste Woche sind dann die ersten Laufschritte angedacht und mein Weg zurück in den Sport, den ich so liebe und der mir derzeit so sehr fehlt. Nach einem gesundheitlich angeschlagenen Winter 2012/2013 (zweimal 14 Tage Pause), dem Radunfall im April letzten Jahres (zwei Wochen Pause, dann Training mit Schmerzen und die Bahnsaison nach zwei Wettkämpfen beendet) und meiner Sesambeinverletzung nach dem Crosstock Team-Cross im vergangenen Oktober (zwei Monate Laufpause und unzählige Stunden beim Aquajoggen im Hallenbad) hat sich einiges aufgestaut. Würde mir nicht so viel am Laufen liegen und wüsste ich nicht, dass ich – gesundheitlich im grünen Bereich – in der Lage bin, Leistungen zu erbringen, auf die ich selbst stolz sein kann, so hätte ich wohl nach dieser Durststrecke schon längst hingeschmissen.

2014 sollte mein Jahr werden. Alles schien zu passen: Zeitliche Flexibilität, das vorhandene Brennen darauf, neue Dinge auszuprobieren und wieder auf den Erfolgsweg von 2012 zurückzukehren und nicht zuletzt die notwendige finanzielle Unterstützung, um die Anforderungen an Ausrüstung und Reisekosten stemmen zu können. – Doch eines passte nicht: die Gesundheit meiner linken Großzehe.

Ich kann weiter damit hadern oder aber ein weiteres Mal daraus lernen, wie wunderbar jeder einzige Tag ist, an dem man unbeschwert und ohne Schmerzen das tun kann, was man so gern tut. Dankbar zu sein für die eigene Gesundheit und die Unterstützung von so vielen Seiten in einer für mich schwierigen sportlichen Phase, dass ist es wohl, was ich ein weiteres Mal auf dem Weg zu einem neuen Anlauf mitnehmen werde. Immer aufwärts!

Dominik

PS: Im Gegensatz zu meiner Saison verlief der bisherige Sommer für die beiden von mir unterstützten Jungtalente (beide Jahrgang 1998) aus meiner Heimatregion absolut glänzend:
Yannic Knacker, dem ich einen Polar RC3 GPS Trainingscomputer und ein Funktionsshirt von CEP überreichen durfte, belegte über die lange Distanz des Rhön Super Cups einen 8. und einen 9. Gesamtrang und über die kurze Distanz einen 5. Gesamtrang.
Niklas Roth, den ich erst kürzlich mit neuen Spikes unterstützte, stellte bei den Süddeutschen Jugendmeisterschaften mit 2:02,10 Minuten über 800 Meter eine neue persönliche Bestleistung auf, gewann seinen Zeitlauf und belegte den 7. Rang in der Gesamtwertung.
Macht weiter so und bewahrt euch die Freude am Sport – egal ob beim Laufen, Radfahren, Schwimmen oder auch in anderen Disziplinen. Geht euren Weg!

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