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Fiat lux! – Die LED Lenser SEO 7R im Test

Atemlos durch die Nacht – aber nicht ohne Stirnlampe! Das weiß ich spätestens seit meinen langen Labortagen in den ersten (Winter-)Semestern meines inzwischen abgeschlossenen Studiums. Während die Kommilitonen über Dunkelheit und Kälte klagen, zog ich mir meine Laufsachen über und meine Stirnlampe auf den Kopf.
Wenn die Tage kürzer werden und die Wege zumeist laubbedeckt und von den Erntearbeiten gezeichnet auch nicht mehr im besten Zustand sind, ist eine solche Stirnlampe unabdingbar. Zumindest für den Typ Läufer, der zum Beispiel wie ich noch spät abends mit dem Hund durch den Wald fegt und zuletzt sogar einen Dachs im Kegel des Lampenscheins erspähte, dem mein Hund natürlich nachstellte und ich somit gezwungenermaßen ebenfalls einmal über Stock und Stein durch den Wald spurtete. Gut, ohne Stirnlampe hätte ich wohl gar nicht erst meinen Hund auf unser Gegenüber aufmerksam gemacht und die wilde Jagd gänzlich umgangen, aber auch auf den sonst üblichen Routen durch die dunklen Wälder und über schlaglochübersäte Feldwege ist so ein Helferlein auf dem Schädel gut zu gebrauchen. Seit Spätsommer diesen Jahres begleitet mich eine LED Lenser SEO 7R auf den spätabendlichen Touren.

Warum nun ausgerechnet diese Stirnlampe? – Es gibt vor allem zwei wesentliche Gründe, die in Kombination zur Entscheidung für die SEO 7R führten: die Lichtstärke (220 Lumen) und der Preis (Marktpreis unter 60€). Vergleichbare Stirnlampen von anderen Herstellern sind mindestens 50% teurer und bieten dennoch weniger Zusatzfunktionen wie etwas das „Advanced Focus System“ (AFS), das es in Kombination mit dem sogenannten „Turning Focus“ erlaubt, den Lichtkegel zu fokussieren und so entweder der Weg in seiner ganzen Breite auszuleuchten oder aber Objekte in der Ferne (bis 130 m) punktgenau anzustrahlen.

Neigung und Fokussierung des Leuchtkegels sind bei der SEO 7R einstellbar

Neigung und Fokussierung des Leuchtkegels sind bei der SEO 7R einstellbar

Außerdem besitzt die SEO 7R einen Umgebungslichtsensor ähnlich der Reactive Lighting Technologie von Petzls Performance Stirnlampen. Dieser lässt sich jedoch nicht benutzerseitig per Computersoftware programmieren, sondern greift auf eine vorgegebene Logik zurück, die subjektiv etwas zu „strahlfreudig“ ist.
Die verschiedenen Leuchtmodi (volle Helligkeit, Sparmodus, Automatikmodus, SOS-Modus, etc. und Wahl zwischen weißem oder rotem Licht) lassen sich an der SEO 7R über nur eine Taste einstellen. Das ist Vor- und Nachteil zugleich: Wer die Leuchte bereits einige Male genutzt hat, wird sich kaum mehr daran stoßen, für Einsteiger, die erst noch mit der SEO 7R warm werden müssen, ist die Wahl der verschiedenen Modi zunächst gewöhnungsbedürftig, da für einige Optionen die Steuertaste für eine bestimmte Zeit gedrückt gehalten werden muss.

Ein Sensor ermittelt ähnlich der Reactive Lighting Technologie von Petzl die Umgebungshelligkeit und passt im entsprechenden Leuchtmodus die Helligkeit der Leuchtdiode an.

Ein Sensor ermittelt ähnlich der Reactive Lighting Technologie von Petzl die Umgebungshelligkeit und passt im entsprechenden Leuchtmodus die Helligkeit der Leuchtdiode an.

Immerhin bietet die Taste einen angenehmen Druckpunkt und ist auch mit Handschuhen noch anständig zu bedienen. Gleiches gilt für die Einstellriemen des Stirnbands: Die Einstellung ist kinderleicht und durchweg logisch. Kritischer zu betrachten wäre da schon der Sitz: Der lässt ohne darunter gezogene Mütze zu wünschen übrig, denn das Band (zumindest das von mir optional gewählte Reflektorband) lockert sich nach einiger Tragezeit etwas und die Lampe beginnt leicht zu wackeln. In diesem Fall hilft zwar schon ein kleiner Griff an den Hinterkopf zum Nachjustieren, aber etwas unangenehm ist dieses Verhalten dennoch. Zum Glück spielt dies bei der aktuellen Temperaturen keine Rolle, da die SEO 7R über Stirnband oder Mütze sehr fest und sicher sitzt. Nichtsdestotrotz wäre ein Nachbessern seitens Zweibrüder Optoelectronics wünschenswert. Das geht definitiv besser!

Das Stirnband (hier die optional erhältliche reflektierende Version) ist einfach anzupassen, aber verbesserungswürdig.

Das Stirnband (hier die optional erhältliche reflektierende Version) ist einfach anzupassen, aber verbesserungswürdig.

Im Gegenzug hat die SEO 7R aber einen für mich ganz entscheidenden Punkt auf ihrer Seite: Das Akkufach ist in das Leuchtmodul integriert. Das bedeutet: kein Kabelgeflecht von der Kopfrückseite oder gar der Hosentasche zur Leuchte. Des Weiteren lässt sich die SEO 7R sowohl mit dem beiliegenden Lithium-Ionen-Akku als auch mit drei AAA-Batterien/Akkus betreiben. Der Lithium-Ionen-Akku kann dabei über ein USB-Kabel aufgeladen werden. Dies ist leider auch vergleichsweise oft der Fall, wenn man die Lampe mit voller Helligkeitsstufe oder im Automatikmodus nutzen möchte, denn die Akkukapazität ist vergleichsweise gering. Dies ist jedoch die logische Konsequenz aus der kompakten Bauweise und dem geringen Gewicht der Stirnlampe.

Hinter der Klappe auf der Rückseite des Leuchtmoduls verbirgt sich ein etwas schwachbrüstiger Lithium-Ionen-Akku.

Hinter der Klappe auf der Rückseite des Leuchtmoduls verbirgt sich ein etwas schwachbrüstiger Lithium-Ionen-Akku.

Fazit: Die LED Lenser SEO 7R überzeugt insbesondere durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis. 220 Lumen für unter 60€ sind derzeit in einer so kompakten Bauart einmalig. Die zahlreichen Zusatzfunktionen und zahlreichen Leuchtmodi werten die Stirnlampe zusätzlich auf. Bei der Akkuleistung schwächelt die SEO 7R bauartbedingt etwas, gleicht dies aber durch den optional möglichen Einsatz von Standardbatterien überlegt aus. Ein kleiner Nachbesserungsbedarf besteht beim Stirnband, welches sich beim Laufen ohne weitere Kopfbedeckung nach einiger Zeit etwas lockert und nachgestellt werden muss. Weiterhin sollte auf die Transparenz der Unterseite des Leuchtmoduls verzichtet werden, da das Licht bei voller Helligkeit etwas hindurchscheint und je nach Witterung blenden kann. Dies tut dem guten Gesamteindruck aber keinen Abbruch.

Anmerkung: Mein Exemplar der LED Lenser SEO 7R wurde mir nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt, sondern eigenständig erworben.

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