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Ein Ort, an dem die Uhren anders ticken

Zum Zeitpunkt, als ich diesen Beitrag verfasse, zeigt die Uhr des Sat-Receivers neben dem kleinen Fernseher 12:13 Uhr an. – Tatsächlich ist es 14:00 Uhr. Und es scheint bei einem Blick aus dem Fenster kein Zufall zu sein, dass diese Uhr eben etwas langsamer geht als die Uhren anderswo.

Auf dem Bauernhof auf der gegenüberliegenden Seite der kleinen Straße, die sich von Mittertal entlang der Höfe zieht, bellt ab und an aufgeregt ein Schäferhund, ein wirklich schönes Tier. Er bellt, um sein Herrchen freudig tänzelnd und schwanzwedelnd zu begrüßen. Immer wieder aufs Neue, obwohl der Landwirt kaum wenige Minuten hinter dem Stall verschwunden ist, um – aus meiner Sicht – ungewöhnlich gelassen seinen Aufgaben nachzugehen. Ein älterer Herr, vermutlich der Vater des jungen Landwirts, schlägt währenddessen zeitlupengleich gegen die alten Holzbalken des maroden Weidezauns. Nur wenige Schläge später ist dieser mit Bedacht in sämtliche Einzelteile zerlegt.

Hier, in Antholz, scheinen die Uhren anders zu ticken. Jeder geht seinen Aufgaben gewissenhaft nach, arbeitet fleißig und nicht wenig, aber immer mit dem Ausdruck von Ausgeglichenheit und Gelassenheit. Wahrscheinlich ist das neben der atemberaubend schönen Bergkulisse einer der Gründe, warum ich unbedingt wieder hierher zurückkehren wollte. – Es bleibt die leise Hoffnung, dass ich ein wenig dieser Lebenseinstellung mit zurück in meinen Alltag nehmen kann.

Nachfolgend noch einige Eindrücke von den Steigen und Hängen der Rieserferner-Ahrn, auf denen ich in den vergangenen beiden Tagen unterwegs war:

Von der Autobahn ging es am Donnerstagabend noch direkt auf den Mittertaler Höhenweg.

Von der Autobahn ging es am Donnerstagabend noch direkt auf den Mittertaler Höhenweg.

Der Hochflachkofel kurz vor Sonnenuntergang

Der Hochflachkofel kurz vor Sonnenuntergang

Am späten Freitagvormittag folgte ich wiederum dem Mitteltaler Höhenweg, um auf die hochgelegenen Almen zwischen Rieserferner Hütte und Schwarzer Wand zu gelangen, denn dieser waren schon teilweise schneefrei.

Am späten Freitagvormittag folgte ich wiederum dem Mitteltaler Höhenweg, um auf die hochgelegenen Almen zwischen Rieserferner Hütte und Schwarzer Wand zu gelangen, denn dieser waren schon teilweise schneefrei.

Die Flora erwacht aus dem Winterschlaf.

Die Flora erwacht aus dem Winterschlaf.

Ich folgte meinen Vorbildern, fünf Gämsen, hinauf bis auf 2200 m ü.NN.

Ich folgte meinen Vorbildern, fünf Gämsen, hinauf bis auf 2200 m ü.NN.

Doch selbst hier oben überragen einen die umliegender Rieserfernergipfel problemlos.

Doch selbst hier oben überragen einen die umliegender Rieserfernergipfel problemlos.

Den Blick in Richtung Nordosten gewendet beeindruckt die in Schnee gehüllte Rote Wand an der Grenze zu Österreich.

Den Blick in Richtung Nordosten gewendet beeindruckt die in Schnee gehüllte Rote Wand an der Grenze zu Österreich.

Etwa 1000 Meter unter mir die Häuser von Antholz Mittertal

Etwa 1000 Meter unter mir die Häuser von Antholz Mittertal

Auf dem Weg zum Antholzer See lohnt der Blick zurück – auch wenn man auf den teils noch verschneiten Steigen vorbei an der Kumpflalm bei jedem Schritt genau aufpassen muss.

Auf dem Weg zum Antholzer See lohnt der Blick zurück – auch wenn man auf den teils noch verschneiten Steigen vorbei an der Kumpflalm bei jedem Schritt genau aufpassen muss.

Der Antholzer See ist noch größtenteils gefroren. Der Blick in Richtung Süden auf den Gipfel des Rammelstein entlohnt für die Mühen und tröstet im Zweifel auch etwas über den gebrochenen Carbonstecken hinweg.

Der Antholzer See ist noch größtenteils gefroren. Der Blick in Richtung Süden auf den Gipfel des Rammelstein entlohnt für die Mühen und tröstet im Zweifel auch etwas über den gebrochenen Carbonstecken hinweg.

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