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Was unterm Strich bleibt und wie es weitergeht

Stürmische, turbulente Zeiten standen die letzten Wochen aus sportlicher Sicht ins Haus: ein fiebriger Infekt pünktlich zum ersten Saisonhöhepunkt, vier Tage des läuferischen Wiederauferstehens und dann nach zehn Monaten der Komplikationslosigkeit ein Nagelsporn am im Juli letzten Jahres operierten Zeh.

Somit war es dann wieder für eine Woche nichts mit dem Laufen, aber immerhin Radfahren konnte ich – aus purer Verzweiflung wurden es dann auch etwa 250 Kilometern quer durch die Rhön auf meinem Cyclocrosser, dessen Anschaffung im vergangenen November sich mittlerweile mehr als gelohnt hat. Dank hilfreichem Rat vom behandelnden Chirurgen und tatkräftiger Umsetzung einer Podologin bin ich nun wieder zu Fuß unterwegs und habe schon wieder 1150 Höhenmeter seit Donnerstag im Kasten (heute noch nicht inbegriffen). Es geht also wieder los, denn Anfang August steht schließlich so etwas wie das Jahreshighlight an. – Mehr dazu später im Bewegtbild.

Während der zahlreichen Stunden auf dem Rad konnte ich natürlich auch etwas darüber grübeln, was mir von der 15-wöchigen Vorbereitung auf den Ultra Trail Lamer Winkel bleibt – außer der Frust, ihn nicht wie geplant bestritten zu haben. Die rohen Zahlen sagen folgendes:

Laufen 1212 Kilometer
27580 Höhenmeter
87 Laufeinheiten
Radfahren 870 Kilometer
9580 Höhenmeter
27 Radeinheiten

Dazu gesellten sich dann noch etliche Stunden mit Stabiübungen und Selbstkasteiung mit Blackroll & Deuserband. Zwar keine unmenschlichen Zahlen, aber gefüllt mit dafür qualitativ hochwertigem Training. – Und ja: Bis auf zwei Tage mit kleinsten Wehwehchen und einer nicht ganz gelungenen Tempoeinheit konnte ich mein Training komplett so durchziehen wie geplant. Auch habe ich Tempowechsellaufprogramme – also mit ungleichmäßigem, abschnittsweise wechselndem Tempo – absolviert, bei denen ich gesteigert Halbmarathondurchgangszeiten (inkl. Laufpausen) von zunächst 1:17:xx h (2 km Belastungen, 1 km Laufpausen), dann 1:16:xx h (3 km Belastungen, 1 km Laufpausen) und schließlich 1:15:xx h (4 km Belastungen, 1 km Laufpausen) in den Asphalt bzw. Schotterweg brannte.

Am 11. Februar (dritter Tag der UTLW-Vorbereitung) war es am Pferdskopf in der Hessischen Rhön noch eisig.

Am 11. Februar (dritter Tag der UTLW-Vorbereitung) war es am Pferdskopf in der Hessischen Rhön noch eisig.

Auch an meinem „Hausberg“, dem Pferdskopf, tobte ich mich munter aus, konnte schließlich die Anstiege mehrfach (bis zu 7x) zwischen 7:30 min und 8:00 min bewältigen, während ich bergab „regenerierte“. In Antholz und anschließlich bei meinem Abstecher an den Dötzi lief es abgesehen von einem gebrochenen Carbonstock prima und ich konnte bereits an den Hängen mit den Gämsen um die Wette rennen (…nun gut, ich verlor – ganz knapp aber nur). Meine Generalprobe drei Wochen vor dem UTLW: lupenrein (3:28 h für 43 Kilometer mit +/-1400 Höhenmeter durch die Rhön).

Steil, steiler, Antholzer Tal!

Steil, steiler, Antholzer Tal!

Kurzum: Es lief richtig gut! …und das ist freilich nicht alles einfach so weg. Mein Körper hat sich das Erarbeitete abgespeichert und wartet nun darauf, dass ich es wieder abrufe. Die Erkältung war nach einer Woche Pause unmittelbar nach dem ULTW Vergangenheit und mit dem absolvierten Alternativtraining der vergangenen Woche konnte ich zum Glück viele Grundlagen erhalten.

So heißt es nun: Den Blick nach vorn! Mit dem Tromsø Skyrace (Teil der Skyrunning Ultra Series) erwartet mich schließlich am 2. August ein absolutes Sahnestück des Skyrunnings. Und auch mein zweiter Abstecher nach Südtirol soll noch im August folgen – die „Durchrundung“ (diese Begriff trifft es nun mal am besten) der Rieserferner mit den meisten Streckenkilometern zwischen 2500 und 3300 Höhenmetern über dem Meeresspiegel. 2015 ist noch nicht vorbei – die nächsten Wochen begreife ich daher als die Chance, die sie nun einmal ist!


Tromsø Skyrace 2015 Official Trailer

PS: Wie sich gestern (wieder einmal) herausstellte, hatte mein „Unterwegs mit…“-Läuferportrait von Matthias Krah durchaus seine Berechtigung: Der Mann spricht nicht nur Recht, er kann auch laufen – z.B. ganz spontan zum Sieg beim Zugspitz Ultratrail Supertrail XL!

Ziel erreicht!

Ziel erreicht!

Glückwunsch dazu von meiner Seite!

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