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Unterwegs im Herzen der Rieserferner Ahrn: Wenn Himmel und Erde im geologischen Schmelztiegel aufeinandertreffen (Teil IV)

Irgendwann musste er kommen, der Freitag und somit der letzte volle Tag südlich des Alpenhauptkamms. Wetter und Berge gaben noch einmal alles, um zu gefallen. Währenddessen wachte ich wie inzwischen üblich mit etwas schweren Beinen auf. Doch kaum zog ich die Laufschuhe an und wagte den Schritt aus der Tür, war alles vergessen. Die Berge warteten schließlich und der Kopf wollte laufen.

Tagesziel war allerdings kein weiterer 3000-er und auch kein herausragender Dolomitengipfel, sondern die „Hochebene“ bei den Ochsenfelder Seen auf etwa 2500 Metern über dem Meer zwischen Antholzer und Gsieser Tal. Die Strecke hinauf zur Grüblscharte (2394 m ü.NN) war mir aus dem Vorjahr bekannt, der obere Abschnitt aber aufgrund riesiger Schneereste aus dem Winter 2014 nicht zu begehen oder zu belaufen. Hier begann also Neuland für mich. Und was für eines!

Die 1100 Höhenmeter hinauf zur Grüblscharte und vorbei an der gleichnamigen Alm waren in 56 Minuten „abgehakt“, wobei das bei dieser wunderschönen Landschaft eigentlich der falsche Begriff ist. Was dann folgte, war eine große Spielwiese mit eindrucksvollem Ausblick: Auf der einen Seite ragten die Giganten der Rieserferner Ahrn in den Himmel, auf der anderen Seite eröffnete sich ein Weitblick auf zahlreiche, namhafte Dolomitengipfel. Genau hier wollte ich wohl meine Berghütte bauen wollen, so schön ist es hier oben. …und auch schön ruhig, denn der lange Aufstieg das Fehlen eines 3000-ers entlang des gesamten Grats bringt nur wenige Wanderer hier hoch. In Zahlen: Ich traf an diesem Tag nur ein einziges Pärchen direkt an der Scharte, bei den Seen niemanden.

Blick (v.l. bis Bildmitte) auf Gelttalspitze (3126 m ü.NN), Fernerköpfl (3249 m ü.NN) und Magerstein (3273 m ü.NN) von der gegenüberliegenden Ebene bei den Ochsenfelder Seen (ca. 2500 m ü.NN). Der Aufstieg zum Fernerköpfl erfolgte am Donnerstag übrigens genau im sichtbaren Bereich zunächst das Geröllfeld unterhalb der Gelttalspitze querend und dann den langen, breiten Grat hinauf zum Fernerköpfl.

Blick (v.l. bis Bildmitte) auf Gelttalspitze (3126 m ü.NN), Fernerköpfl (3249 m ü.NN) und Magerstein (3273 m ü.NN) von der gegenüberliegenden Ebene bei den Ochsenfelder Seen (ca. 2500 m ü.NN). Der Aufstieg zum Fernerköpfl erfolgte am Donnerstag übrigens genau im sichtbaren Bereich zunächst das Geröllfeld unterhalb der Gelttalspitze querend und dann den langen, breiten Grat hinauf zum Fernerköpfl.

Zum Abschluss meines „Urlaubs“ – darüber lässt sich mit Nicht-Läufern übrigens vortrefflich diskutieren – konnte ich nicht widerstehen, wenigstens ein paar „Lauf-Selfies“ zu knipsen und natürlich auch die gigantische Aussicht in Pixeln festzuhalten.

Schaulaufen vor den Paradegipfeln der Rieserfernergruppe: Hochgall (3436 m ü.NN) und Wildgall (3273 m ü.NN). – Davon bekommt man einfach nicht genug, wenn man sich bewusst macht, dass man sich hier bereits auf etwa 2500 Metern über dem Meeresspiegel befindet.

Schaulaufen vor den Paradegipfeln der Rieserfernergruppe: Hochgall (3436 m ü.NN) und Wildgall (3273 m ü.NN). – Davon bekommt man einfach nicht genug, wenn man sich bewusst macht, dass man sich hier bereits auf etwa 2500 Metern über dem Meeresspiegel befindet.

Auf der gegenüberliegenden Seite (in Richtung Osten) türmen sich einige Riesen unter den Dolomiten auf: In der Mitte die markante Dreischusterspitze (3145 m ü.NN), rechts daneben der Kamm des Haunolds (2966 m ü.NN) und wiederum rechts daneben und nach hinten versetzt zwei der drei berühmten Zinnen (kleine und große Zinne, 2999 m ü.NN).

Auf der gegenüberliegenden Seite (in Richtung Osten) türmen sich einige Riesen unter den Dolomiten auf: In der Mitte die markante Dreischusterspitze (3145 m ü.NN), rechts daneben der Kamm des Haunolds (2966 m ü.NN) und wiederum rechts daneben und nach hinten versetzt zwei der drei berühmten Zinnen (kleine und große Zinne, 2999 m ü.NN).

Ein Blick auf die Uhr lies mich aber dennoch nur etwa eine halbe Stunde hier oben verweilen, denn im Tal wartete das Apfelstrudelbuffet meiner Vermieterin, die extra dazu eingeladen hatte. Die nahe gelegene Rote Wand ließ ich also links liegen und legte einen Zahn zu. Auch wenn es utopisch war, den langen Abstieg (1200 Höhenmeter in Serpentinen) in nur 30 Minuten zu bewältigen.

Ein Geheimtipp nicht nur für Wanderer, sondern auch für Läufer, die abseits des Massenbergtourismus das Spannungsfeld zwischen Alpenhauptkamm und Dolomiten auskosten wollen. – Ganz nebenbei sind es nur etwa 20 Minuten bis zum Gipfel der Roten Wand  (2818 m ü.NN), die mit noch mehr Aussicht auch auf die Riesen der Österreichischen Alpen lockt. – Und im Süden weitere Dolomitenriesen: Die zinnenähnliche Gipfelformation in der Ferne ist der Monte Cristallo (3211 m ü.NN), dessen Basis davor durch den Dürrenstein (2839 m ü.NN) verdeckt wird. Der isolierte Gipfel im Mittelgrund der Dolomiten ist der bezwungene Seekofel (2810 m ü.NN) und ganz rechts am Bildrand zeigt sich der Peitlerkofel (2875 m ü.NN).

Ein Geheimtipp nicht nur für Wanderer, sondern auch für Läufer, die abseits des Massenbergtourismus das Spannungsfeld zwischen Alpenhauptkamm und Dolomiten auskosten wollen. – Ganz nebenbei sind es nur etwa 20 Minuten bis zum Gipfel der Roten Wand (2818 m ü.NN), die mit noch mehr Aussicht auch auf die Riesen der Österreichischen Alpen lockt. – Und im Süden weitere Dolomitenriesen: Die zinnenähnliche Gipfelformation in der Ferne ist der Monte Cristallo (3211 m ü.NN), dessen Basis davor durch den Dürrenstein (2839 m ü.NN) verdeckt wird. Der isolierte Gipfel im Mittelgrund der Dolomiten ist der bezwungene Seekofel (2810 m ü.NN) und ganz rechts am Bildrand zeigt sich der Peitlerkofel (2875 m ü.NN).

Zu meinem Erstaunen traf ich dann aber unerwartet zügig am Hof mit nur etwa sieben Minuten Verspätung ein, was glücklicherweise kein Problem war. Es war zu meinem Glück noch reichlich Apfelstrudel vorhanden, um die Energiespeicher aufzufüllen. Dazu strahlte die Sonne mit mir um die Wette.

Warum kann nicht jeder Tag, jede Woche so sein wie diese im Herzen der Rieserferner Ahrn und darüber hinaus?

Alle Teile der Serie im Überblick:

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