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(P)Review 2017/2018: Was war und was sein wird

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Das vergangene Jahr war für mich kein Jahr im Zeichen des Sports. Der Fokus lag auf meiner beruflichen Zukunft und diesem Fakt musste ich einiges, unter anderem meine sportlichen Aktivitäten, unterordnen.

Januar: Abschluss der Zeit des Referendariats an der Freiherr-vom-Stein Schule Fulda und bis zum letztem Tag reichlich Ungewissheit über meinen Weg durch das zweite Schulhalbjahr – Februar bis Juni: Gastspiel als Vertretungslehrer an der IGS Schlitzerland und im Mai plötzlich gleich zwei Planstellenangebote – seit Juli: Lehrer an der Lichtbergschule Eiterfeld.

Was sich in der Kurzfassung recht überschaubar und „glatt“ darstellt, war in der Realität jedoch zeitlich, nervlich und auch gesundheitlich an vielen Tagen ein echter Grenzgang. Auf der Gefühlsebene war ich bis zum Sommer nirgends richtig angekommen, dazu immer wieder erkältet – so oft wie wohl noch nie zuvor in meinem ganzen Leben. Immer öffneten sich neue Türen, während sich andere plötzlich und unerwartet verschlossen. Dass ich jetzt dort angekommen bin, wo mich mein Bauchgefühl hinführte, ist ein wahrer Glücksfall. Zwar gibt es etliche, zeitintensive Baustellen im Schulalltag – manchmal im wahrsten Sinne des Wortes – und es stehen auch immer wieder Überstunden auf dem Plan, meine zugewandten Kolleginnen und Kollegen, eine mich in meinen Bemühungen unterstützende Schulleitung sowie nicht zuletzt meine auf fachlicher und/oder menschlicher Ebene interessierten Schülerinnen und Schüler vermögen es jedoch, dies in den allermeisten Fällen aufzuwiegen. Bei allem Ernst und Stress kommt das Lachen und die Freude nicht zu kurz.

Nun ist dieser Blog jedoch vor allem dazu da, über meinen Sport zu berichten. Genau darum soll es in der Rückschau auf das vergangene Jahr sowie in der Vorschau auf das schon laufende, neue Jahr nun gehen.

Im vergangenen Jahr lag der Wettkampffokus aufgrund der beschriebenen Umstände auf der regionalen Rhön-Super-Cup-Laufserie. In den zurückliegenden Jahren nahm ich immer wieder an einzelnen Läufen teil, erreichte jedoch nie die Zahl von sieben Wertungsläufen von insgesamt zwölf Veranstaltungen zwischen April und September. 2017 jedoch funktionierte genau das: sieben Wertungsläufe, Gesamtsieg der Serie, zwei Streckenrekorde (Hauswurzer Sommerlauf und Eichenzeller Halbmarathon), neuer Punkterekord in der Gesamtwertung. Dabei profitierte ich jedoch sehr von meinen angesammelten Lebenskilometern, denn mein Training im vergangenen Jahr war doch eher minimalistisch.

2015 2016 2017
Laufen 2.767 km / 75.870 Hm 2.700 km / 82.514 Hm 2.148 km / 60.868 Hm
Radfahren 2.304 km / 26.530 Hm 1.372 km / 21.740 Hm 1.007 km / 14.016 Hm
Trainingsumfänge der Jahre 2015, 2016 und 2017 im Vergleich

Unterwegs mit dem Crosser durch die zarten Vorboten des Frühlings 2017

Am oberen Teilstück des Felsgrats der Milseburg

Noch von Laub bedeckte Trails bei tiefstehender Sonne Ende März 2017

In den Sommerferien stand mein fast schon traditioneller Besuch der Rieserfernergruppe / Antholzer Tal im Mittelpunkt. Dabei ging es „in meinem Wohnzimmer“ dieses Mal nicht um neue Bestleistungen, sondern um erfahrungsreiche Tage in den Bergen zusammen mit Anke, Martin und Niklas. Die ursprünglich geplante Umrundung der höchsten Gipfel des Rieserfernermassivs (50 km mit +/-5000 Höhenmetern) wurde in Rücksicht auf Ankes noch nicht ausreichend vorhandene Schwindelfreiheit zu einer Überschreitung des Magersteins mit Abstieg über den angrenzenden Gletscher ins Nachbartal umgestaltet – ein nicht wenige schönes Erlebnis! Zudem gingen wir an den folgenden Tagen mit jeweils wechselnder Besetzung und ich ergänzend mit meiner Fujifilm X100F „bewaffnet“ die Rotwand oberhalb des Staller Sattels, den über dem wunderschönen Pragser Wildsee gelegenen Herrstein und das Fernerköpfl in der Rieserfernergruppe an. Hinzu kam noch eine gemütliche Wanderung zur Grentenalm mit der ganzen Gruppe inkl. Familienanhang.

Anke vor den mächtigen Dreitausendern Wildgall, Hochflachkofel und Magerstein (von vorn rechts nach hinten links; demnächst doppelseitig präsentiert im GEO Wissen Magazin)

Am Grat entlang weit oberhalb des Biathlonstadions

Anke beim kräftezehrenden Aufstieg im Geröllfeld hinauf zur Rotwand – im Hintergrund der Staller Sattel mit Obersee (präsentiert im Instagram-Profil von Fujifilm Deutschland)

Anke und Niklas am Weislahnsattel

Martin am Beginn des Grats zum Herrstein

Die mächtige, 1000 Meter hohe Steilwand des Magerstein vor Augen

Niklas auf dem steilen Weg aus dem Antholzer Tal zur Rieserfernerhütte

Niklas unterhalb der Flanke der Geltalspitze vor dem Anstieg zum Fernerköpfl

In den Herbstferien entschied ich mich dann spontan und ohne umfangreiches Training, für das Limone Skyrace, Finale der Skyrunner World Series, am Gardasee zu melden. In aller Kürze: Ich erwischte neben dem fehlenden Training noch einen gebrauchten Tag und stieg, nicht einmal schlecht positioniert aber gesundheitlich nicht auf der Höhe, aus. Den fehlenden Streckenabschnitt holte ich dann am nächsten Tag eigenständig nach, badete im schon recht kühlen Gardasee und legte einfach mal die Beine hoch. Denn wenn es schon bei mir nicht rund lief, so zeigte sich wenigstens das Wetter für die vollen fünf Tage noch einmal von seiner besten Seite.

Traumhafte Herbsttage in Limone am Gardasee

Mittlerweile ist das Jahr 2018 schon voll im Gange. Trotz Erkältungsphasen und weiterhin beruflich viel zu tun – wohl auch der besonderen Herausforderung geschuldet, dass ich als Berufseinsteiger an meiner Schule gleich in allen drei Schulformen eingesetzt bin –, funktioniert das (Berg-)Lauftraining in der heimischen Rhön bislang prima. Das erste Quartal des Jahres mit seinen bereits 800 Kilometern und 25.000 Höhenmetern in Auf- und Abstieg in den Beinen stellt eine durchaus gute Grundlage für meine Vorhaben im Sommer und Herbst dar. Auf dem Plan stehen einerseits private Projekte wie die Besteigung von Hochgall und Schneebigem Nock in den Rieserfernern sowie des Gran Paradiso, andererseits aber auch hochklassige Wettkämpfe wie der Lauf „Aosta – Becca di Nona“ (13 km / + 2500 Hm) und der „Kilométre Verticale du Grand Serre“ (1,8 km / + 1000 Hm) gekrönt von den Skyrunning World Championships rund um das schottische Glencoe im September (VK und SKY). In der regionalen Laufserie werde ich mich daher zurückhalten und nur ausgewählte Strecken mit einigen Höhenmetern als Trainingsläufe absolvieren.

Die ersten großen Herausforderungen erwarten mich im Juli. Bis dahin gibt es sportlich wie auch beruflich noch einiges zu tun. Aktuell bin ich hoch motiviert und freue mich auf beides!

PS: Trotz aller guten Vorsätze wird es mir womöglich auch in diesem Jahr nicht gelingen, regelmäßig Blogbeiträge zu verfassen. Wer dennoch up-to-date bleiben möchte, folgt mir am besten bei Instagram. Das ist übrigens auch der Weg, den viele meiner Schülerinnen und Schüler entdeckt haben. 😉

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